Walpurgis im Harz

Willkommen im Harz, so heißt es freundlich wenn man von der kleinen Ortschaft Schierke in Richtung Brocken aufbricht.

Harz, Schierke, Brocken sorgen bei vielen Österreichern für fragende Blicke – natürlich auch bei mir. Zufällig stoße ich im WWW auf einen kurzen Bericht über den Brocken der mich so fasziniert, dass ich mich zu Recherchen hinreißen lasse.

Der Brocken ist mit 1.142 m der höchste Berg im Norden Deutschlands und liegt am Schnittpunkt von Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Interessanterweise hat ja der Brocken noch einen anderen Namen und den kennt fast jedes Kind. Nämlich „der Blocksberg“ aus „Bibi Blocksberg“.

Es handelt sich dabei um eine Kinderhörspielserie, die 1980 von Elfie Donnelly ins Leben gerufen wurde. Hauptfigur, eine kleine Hexe, das Mädchen Bibi Blocksberg. Naja, denke ich mir, das könnte was interessantes sein, vielleicht kann man da was mit den Pferden machen…

Die ersten Anfragen, sehr enttäuschend, der Brocken und alles drum herum ist Nationalpark Kernzone. Das Reiten im Nationalpark, grundsätzlich verboten. Ein paar Mails später sieht die Welt ganz anders aus, Dr. Knolle von der Nationalparkverwaltung gibt uns die schriftliche Erlaubnis auf den Brocken zu reiten. „Zum fotografieren auf der Kuppe die Pferde sehr schonend einsetzen, anschließend gleich wieder herunter und die Straße nicht verlassen“ das sind klare Anweisungen Hr. Dr. Knolle – und viel Erfolg, steht dann auch noch im Schreiben.

Mit dem Schreiben, viel Information über dieses Gebiet, die Pferde im Anhänger und viel Gepäck geht´s dann auf die Reise. Wir machen Zwischenstation, eine Übernachtung in der Fränkischen Schweiz.

Reiterhof an der Talsperre in Wendefurth das ist unser Ziel im Harz, wenn man dieser Tafel an der Einfahrt zum Reiterhof Glauben schenken darf, erwartet uns ein umfangreiches Angebot…

…Papier oder vielmehr das WWW ist geduldig. Die Unterbringung der Pferde ist, ich würde sagen gewöhnungsbedürftig.

Aber, die Pferde werden gut versorgt, das ist Fakt. Am Tag sind sie sowieso mit uns unterwegs und in der Nacht ist das Tageslicht, das sie ja sowieso nicht bekommen, auch nicht so wichtig.

Am nächsten Tag an die Pferde heranzukommen, ein kleines Abenteuer…

…dann wieder heraus mit den Pferden am Haken, durch den ganzen Tierpark hindurch, eine echte Herausforderung – Parelli lässt grüßen.

In der Nacht wird das Areal bewacht, nicht von einem Wachdienst. Nein es sind 3 Kaukasischen Owtscharkas die in der Nacht frei gelassen werden und ihren Dienst versehen. Seit 20 Jahren wurde hier nichts mehr gestohlen.

Das glaube ich gerne „Der Kaukasische Owtscharka ist ein unbestechlicher, furchtloser und zuverlässiger Wachhund. Er zeigt ein genetisch verankertes Wach- und Schutzverhalten“ das ist die Beschreibung von Wikipedia.

Ich kann das bestätigen, das Verhalten ist bei den 3 Freunden sehr gut verankert – ab 20 Uhr Zutritt verboten. Sollte man doch noch einmal nach 20 Uhr das Verlangen haben sein Pferd zu besuchen, nur in Absprache mit Herrchen oder Frauchen. Sonst, fürchte ich, ist das Eingangstor ein „point of no return“.

Nichtsdestotrotz geht’s am Morgen hinaus ins Gelände um die Waldwege der Umgebung zu erkunden.

Der Harz, ist ja ein bewaldetes Mittelgebirge. Bis ins Mittelalter wurde er auch Hart oder Bergwald genannt. Große Teile sind Naturpark. In den Harzer Wäldern finden über 5.000 Tierarten einen Lebensraum. Unter anderem wurde der Luchs wieder erfolgreich ausgewildert.

Wirtschaftlich, außer Tourismus, war und ist der Harz ein bedeutendes Bergbaugebiet. Und Holz natürlich, der Name Bergwald sagt es, spielte immer eine wichtige Rolle. Plötzlich steigt uns würziger Geruch in die Nase, es riecht nach Holzkohle, wir nähern uns einer der letzten Köhlereien in Deutschland, der Harzköhlerei Stemberghaus.

Das Köhlerhandwerk hat im Harz eine sehr lange Tradition. Der Harz war über Jahrhunderte, wir haben es schon erfahren, ein angestammtes Bergbaugebiet. Somit wurde auch viel Holzkohle benötigt. Bereits im Mittelalter war die Holzkohle ein wichtiger Brennstoff für die zahlreichen Harzer Eisenhütten.

Diese Zeit ist nun vorbei, das Köhlerhandwerk faktisch ausgestorben. Holzkohle wird nur noch für den Gartengrill benötigt.

In der heutigen Zeit stellt die Köhlerei Stemberghaus jedes Jahr etwa 200 Tonnen Holzkohle her. Man verwendet aber moderne Retorten (Stahlkessel). Dabei kommen nur einheimische Holzarten wie Buche oder Eiche zum Einsatz.

Mit solchen Holzkohlewagen wurde früher die fertige Holzkohle aus den Wäldern zu den Hüttenwerken gebracht. Sie waren aus Weidengeflecht hergestellt. Durch die Erschütterung beim Transport fiel der feine Staub durch das Geflecht, es kam nur die grobe Holzkohle beim Kunden an.

Wenn man mit den Pferden auf den alten Kohlestrassen unterwegs ist, kann man in den Hufabdrücken noch Schichten mit Holzkohlenruß finden. Jedes Jahr in der Zeit von April bis Oktober werden die traditionellen Erdmeiler zur Holzkohleproduktion aufgebaut und betrieben.

Die Scheiter aus Buchenholz werden aufgerichtet und anschließend mit Erdreich luftdicht abgedeckt. Der Meiler wird im Feuerschacht entzündet, sodass bei einer Temperatur zwischen 300 und 350 °C der Verkohlungsprozess einsetzt. Dieser Prozess dauert dann sechs bis acht Tage.

In der Blütezeit um 1700 soll es im Harz bis zu 30.000 solcher Meilerplätze gegeben haben.

Die Köhler führten ein karges, enthaltsames und einsames Leben. Zur Überwachung des Meilers mussten sie immer in der Nähe bleiben, sie lebten in einer Köte genannten Köhlerhütte.

Während des gesamten Mittelalters waren die Köhler geächtete Leute. Ihr Beruf galt als unehrenhaft. Immer wieder wurden ihnen dunkle Machenschaften nachgesagt, ja sogar Verbindungen zum Teufel aufgrund ihrer vom Ruß geschwärzten Gesichter.

Aber das ist nur Aberglaube, wir verlassen diesen interessanten Platz und treffen schon auf den nächste Verbindung zum Aberglauben. Heute ist ja der 30. April.

Die Nacht auf den 1. Mai ist die Walpurgisnacht, es werden Feuer angezündet und gefeiert.

Die Wurzeln der Walpurgisfeier liegen wahrscheinlich weit zurück in vorchristlicher Zeit und gehen auf germanische Ursprünge zurück. Die Nacht zum ersten Mai war für unseren Vorfahren von besonderer Bedeutung. In dieser Nacht wurden Freudenfeuer entzündet, um den Frühling zu begrüßen. Sie versammelten sich um diese Feuer, tanzten um sie und sprangen vor Freude durch die Flammen. Mit Beginn der Christianisierung, vor ca. 1000 Jahren, wurden diese heidnischen Feste verboten. Wer weiterhin die Feste in der alten Form feierte, wurde als dem Teufel hörig und als Hexe bezeichnet. Die Kirche verdammte jene und verbreitete das Gerücht, dass in dieser Nacht die Hexen ausflogen, um sich auf dem Blocksberg zu versammeln und dort auf die Ankunft des Teufels zu warten.

Frauen mit medizinischen Kenntnissen standen mit dem Teufel im Bunde. Es war also die Kirche, die im Zuge der Inquisition, immer schaurigere Geschichten erzählte, welches Unwesen, die von ihnen als Hexen bezeichneten Frauen angeblich trieben.

Aber wie auch bei anderen heidnischen Feiertagen ( Ostern und Weihnachten), hat die Kirche dafür gesorgt, dass diese Feste in einem kirchlichen Fest aufgefangen wurde. Der erste Mai wurde kurzerhand der Hl. Walpurga geweiht und so entstand der Name Walpurgisnacht. Selbstverständlich wurde der Hl. Walpurga von der Kirche nachgesagt, dass sie vor den Hexen schützen sollte. Seit Mitte des 17. Jahrhunderts gilt der Harz als Hauptversammlungsort der Hexen aus ganz Deutschland. Die „Hexensabbate“ oder auch „Teufelstänze“ werden von Hexentheoretikern in der frühen Neuzeit als geheime, nächtliche, festartige Treffen von sogenannten Hexen und Hexern einer Region mit dem Teufel beschrieben. Sie finden meist an einem abgelegenen Ort, dem sogenannten Hexentanzplatz statt. Damit sind wir endgültig bei den Hexen gelandet.

Auch heute noch ist im Harz der Teufel los,

wenn sich in der letzten Aprilnacht die Hexen mit tausenden Menschen aus ganz Deutschland treffen um die Walpurgisnacht zu feiern.

Nach so viel Theorie über Hexen interessiert mich der wohl berühmteste Hexentanzplatz weit und breit. Er liegt nicht weit von hier, in der Ortschaft Thale. Da will ich hin, ein Tagesritt entfernt, das ist machbar.

Zuerst geht’s aber hinunter ins Bodetal. Die Bode gibt dem Tal ihren Namen, sie entspringt am Brocken und verbindet sozusagen die beiden Hexenversammlungsorte miteinander.

Es wird enger und enger …

Man spürt die Sagen und Geschichten,

alte aufgelassene Bergwerkstollen tragen ihren Teil dazu bei.

Alles ist etwas beengt im Tal, ob dieses Verkehrsschild auch für Reiter gilt?

Wir sind in Treseburg.

Im Ortsteil Halde gibt es die Möglichkeit für eine Pause. Zuerst müssen wir aber über die Bode, Brücke… Fehlanzeige,

Man stelle sich vor, das Pferd will nicht durchs Wasser…kein Kaffee kein Kuchen, schrecklich.

Drüben angekommen ist Zeit zum Kartenstudium – wir wollen ja den Weg nicht verlieren.

Anschließend gibt’s die wohlverdiente Pause für Ross und Reiter, Kaffee und Kuchen für mich, wohlgemerkt.

Meine Wanderkarte sagt mir, wir müssen hier in Treseburg das Bodetal vorübergehend verlassen. Zu eng und zu gefährlich ist die Bodeschlucht für Pferd und Reiter.

Manche Brücken sind nicht für Pferde geeignet. Sie zu umgehen ist nicht möglich. So wählen wir einen alternativen Weg bis nach Thale. Das ist ja unser Ziel für heute, Thale mit dem Hexentanzplatz.

Auf unserem Weg dorthin kommt man an einem „sagenhaften“ Platz vorbei, so erzählt uns ein Bewohner von Treseburg. Die Bezeichnung macht uns neugierig, Rosstrappe wird der Platz genannt, es gibt da eine Geschichte und das Tal lüftet auch das Geheimnis seines Namens.

Schon wieder was geheimnisvolles, dieses Gebiet ist offensichtlich voll von solchen Plätzen. Mir wird klar, 2 Wochen Urlaub würden hier nicht reichen.

Jetzt verstehe ich, das sieht ja aus wie ein Hufabdruck. Dazu gibt’s auch noch die versprochene Geschichte…

Auf der anderen Seite des Bodetal liegt nun unser Ziel, der Hexentanzplatz von Thale. Ein kleiner Zauber, in diesem Gebiet nichts ungewöhnliches, und schon sind wir drüben.

Der Teufel erwartet uns bereits.

Der Hexentanzplatz ist ein Plateau hoch über dem Bodetal und der Ortschaft Thale. Er ist einer von zwei Kultplätzen die für die Hexen in diesem Gebiet wichtig waren.

Der zweite liegt am Brocken, den besuchen wir dann später noch. Der Sage nach versammeln sich zur Walpurgisnacht die Hexen auf dem Hexentanzplatz bei Thale.

Von dort aus flogen sie auf Besen, Mistgabeln, Katzen und ähnlichem Fluggeräten, gemeinsam zum Brocken. Erst hier fand das eigentliche Hexenfest statt. Der Hexentanzplatz hier in Thale, war mit hoher Wahrscheinlichkeit ein alter germanischer Kultort an dem vor allem in der Nacht zum 1.Mai, der jetzigen Walpurgisnacht, Rituale abgehalten wurden.

Erst durch Kaiser Karl d. Große wurden solche heidnischen Rituale verboten.

Doch die Sage erzählt uns, die Sachsen zogen, trotz Verbotes, nachts zu ihrer alten Kultstätte um dort ihre heidnischen Bräuche weiter zu pflegen. Kaiser Karl lies kurzerhand seine Wachen aufstellen. Karl hat aber die Rechnung ohne schlaue Sachsen gemacht. Sie überlisteten die Wachen indem sie sich mit Besen und Heugabeln bewaffneten, verkleideten und ihre Gesichter schwärzten.

Zu Tode erschrocken, flohen die christlichen Wächter und erzählten fortan vom schaurigen Treiben der Hexen und Teufel auf dem Hexentanzplatz in Thale.

Bei den heutigen Festen werden auch teilweise noch Strohhexen verbrannt, das natürlich nicht unumstritten ist. In Europa wurden tausende Menschen als Hexen verbrannt. Hauptsächlich waren es Frauen, aber auch Männer sogar Kinder wurden Ofer dieser grausamen Prozesse.

Als letzter Hexe in Deutschland wurde Anna Schwegelin im Stift Kempten im Allgäu am 4. April 1775 wegen Teufelsbuhlschaft der Prozess gemacht. Das Urteil wurde aber nie vollstreckt, sie starb eines natürlichen Todes im Gefängnis.

Hexen sagt man ja auch eine gewisse erotische Anziehungskraft nach…

…man kann es sehen, obwohl es sich hier um die Hexengroßmutter Wadelinde handelt, ist ihr Hinterteil schon sehr abgegriffen. Sie versucht den Kreis des Bösen mit einem Stein zu schließen.

Wir verschwinden, wollen nicht im Kreis gefangen sein, unser nächstes Ziel, der Brocken.

Auf dem Weg dorthin, wir werden hungrig, der Hunger kommt auch ohne Zauber. Ein Relikt aus sozialistischen Zeiten sind diese Feldküchen, Restbestände der Armee.

Man findet diese Feldküchen überall, sie sind sehr flexibel und an fast jedem Ort zu betreiben.

Brauchen sie doch keinen Strom, beheizt mit dem Holz aus dem Bergwald. Und das Nationalgericht, man sollte es unbedingt probieren, die Erbsensuppe mit Bockwust.

Auf dem Weg zum Brocken, nicht zu übersehen „Pullman City“ in Hasselfelde.

Als Westernreiter ein Muss, wir machen Station in der Westernstadt…

Nur knapp 20 Kilometer sind es von Pullmann City nach Schierke, unseren Ausgangspunkt für den Brockenritt. Von Schierke auf den Brocken geht es noch einmal 10km bergauf. Da brauchen die Pferde vorher eine Pause. Wir legen einen Ruhetag ein und machen uns ohne Pferde auf nach Langenstein im nördlichen Harzvorland. Hier wollen wir eine weitere interessante Sehenswürdigkeit besuchen. Dort gibt es zahlreiche Wohnhöhlen die in den weichen Sandstein geschlagen wurden.

Teilweise waren sie bis zum Beginn des 20. Jahrhundert bewohnt. Der letzte Höhlenbewohner zog erst im Jahre 1916 aus seiner Höhlenwohnung aus.

Über die genaue Entstehung gibt es verschiedene Theorien, man nimmt an, dass Bergleute die im Harz keine Arbeit mehr hatten, diese Höhlen zu Wohnzwecken in den Sandstein gehauen haben. Es entstand billiger Wohnraum.

Möglicherweise haben aber bereits die alten Germanen begonnen den Felsen auszuhöhlen. Mit 30m² Grundfläche hatte man das Auslangen, so bestanden die Wohnungen meist aus Wohnstube, Küche und mindestens einem Schlafraum. Auch ein Vorratsraum war stets vorhanden.

Im Sommer herrschte ein angenehm kühles Raumklima, im Winter wurden die Wohnungen mit Öfen beheizt.

Die Höhlenbewohner hatten es dadurch mindestens genau so warm wie die Bewohner in normalen Häusern.

Die Wohnhöhlen waren keinesfalls Elendsquartiere und entsprachen dem Wohnstandard der damaligen Zeit.

Der Exkurs ist zu Ende, auch die Pause, wir starten zur letzten Etappe.

Von der kleinen Ortschaft Schierke aus geht´s los.

Am Eingang zum Nationalpark ein pflichtbewusster Ranger. Stop und alles Halt!  Aber… ich habe ja das Schreiben von Dr. Knolle in der Tasche, das öffnet Türen, in diesem Fall die Schranke.

Eine guten Ritt wünscht uns noch der Ranger, weißt uns aber gleich auf diverse Gefahren hin, abgestorbene Bäume, weicher Untergrund neben der Straße – also die Wege nicht verlassen.

Machen wir nicht Herr Ranger, ich verspreche es, wir wollen so schnell wie möglich hoch. Wir beeilen uns, der Brocken hüllt sich ja die meiste Zeit des Jahres in dicke Nebelschwaden.

Den schönen Tag wollen wir nutzen. Im Jahr 1958 soll er sich sogar 330 Tage verborgen gehalten haben. Wir bekommen aber noch Gesellschaft. Diese Pferde dürfen, oder müssen auch auf den Brocken. Es sind mächtige Kaltblüter die Kutschen mit bis zu 18 Personen zweimal am Tag auf den Brocken ziehen. Da gibt´s sicher keinen Bewegungsmangel zu beklagen.

Ein weiteres Ross das sich auf engen Kurven in Richtung Gipfel quält, ist das Dampfross.

Immerhin ist der Brockenbahnhof mit seinen 1125 Höhenmetern der höchstgelegene Bahnhof aller deutschen Adhäsions-Schmalspurbahnen.

Das steilste Stück zum Brocken bewältigt die 700 PS starke Maschine in nur 50 Minuten.

Das wird uns nicht gelingen. Ist auch nicht notwendig. Wir müssen die Bahnstrecke ein paar mal queren. Vorsicht ist

geboten, wie man das macht habe ich in zahlreichen Western so gesehen…

… es geht schnell, schon ist die Bahn vorbei, bringt wieder eine Ladung Besucher auf den Berg.

Wir sind wieder alleine, wobei alleine… Feind hört mit, so oder ähnlich hat es früher hier geklungen, zumindest bis zum Fall der Mauer. 1936 wurde am Brocken der erste Fernsehturm der Welt erbaut. 1961, Stichwort kalter Krieg – Eiserner Vorhang, der Brocken liegt im Grenzgebiet der DDR zur BRD, also an der Zonengrenze, er wird kurzerhand zum militärischen Sperrgebiet erklärt und war somit für die Bevölkerung nicht mehr zugänglich.

Der Gipfel wurde stark militärisch ausgebaut und umfangreich für Überwachungs- und Spionagezwecke genutzt.

Oben befanden sich zwei große und leistungsfähige Abhöranlagen. Die eine gehörte dem sowjetischen Militärgeheimdienst und war damit zugleich der westlichste Vorposten Moskaus, die andere war dem Ministerium für Staatssicherheit der DDR unterstellt.

Die Natur darf hier im Nationalpark mittlerweile wieder frei walten und gestalten, die Bäume bleiben liegen wie sie fallen.

Es wird heiß, ich möchte meinem Kopf etwas Kühlung verschaffen, tauche meine Kappe ins kühle Nass – da kommt mir eine Idee…

… man soll jede Möglichkeit nützen die Pferde zu tränken, man weiß ja nie wann es wieder Wasser gibt.

Es geht weiter bergauf, der Gipfel kommt in Sicht jetzt wird es interessant.

Schön langsam schließt sich der Kreis.

Wir sind wieder bei „Bibi Blocksberg“ angelangt. Der Ursprung des Namens Blocksberg liegt in der Bedeutung des Ausdrucks „Block“ oder „Klotz“ für das Hexenwesen; dort spielt er eine große Rolle: Block, Hackeblock und Klötzchen sind Namen von Zauberinnen. Seit dem 17. Jahrhundert gilt ja der Brocken als Hauptversammlungsort der Hexen aus ganz Deutschland.

Auch heute noch, die eine oder andere erschöpfte Hexe am Straßenrand, wartet offensichtlich auf die Eisenbahn die sie zum Gipfel bringen soll denn…

…der Sage nach sollen ja die Hexen zu Walpurgis von Thale angeflogen kommen, um hier am Hexenaltar und der Teufelskanzel zu tanzen. Angeblich in einem großen Kreis mit dem Rücken zueinander um das Feuer herum und küssen anschließend dem Teufel den Hintern. Dann lassen sie sich mit dem Teufel vermählen, und erhalten sozusagen als Hochzeitsgeschenk ihre Zauberkraft für ein Jahr.

Aber es gibt nicht nur Hexen am Brocken auch Berühmtheiten wie Johann Wolfgang von Goethe haben diesen Berg besucht.

Durch Goethes Werk „Faust“ das eine Szene der Walpurgisnacht enthält, und den Brocken als Schauplatz der Handlung verwendet, wurde die Popularität der Hexen auf dem Brocken wesentlich gesteigert.

Nun sind wir am Ziel unserer Reise, die versprochenen Fotos werden gemacht, mit der Gewissheit, so schnell kommt man nicht mehr auf den Blocksberg – wir können ja nicht fliegen, sind ja keine Hexen…

Eine Reise geht zu Ende.

Über den schönen Harz haben wir verdammt (in diesem Zusammenhang darf man das Wort auch verwenden) viel gesehen, viel erlebt und viel gelernt.

Spuk und Zauberei, mitten in Deutschland, wer hätte das gedacht.

Nicht alles ganz ernst nehmen, das ist die Devise, aber wer genau hinschaut findet auch im normalen Alltagsleben so manchen Hinweis auf eine kleine Hexe – soll ja auch Hexer geben…

… so long, das war´s aus der Hexenküche, ich hoffe auf ein Wiedersehen bei einer meiner nächsten Reisen!

 

 

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