Elsass Frankreich – Nordvogesen

Das Elsass ist eine Landschaft ganz im Osten von Frankreich.
Sie reicht im Nordwesten bis auf das lothringische Plateau grenzt im Norden und Osten an Deutschland und südlich  an die Schweiz.
Unterwegs im nördlichen Elsass, im Naturpark der Nordvogesen.


Die Vogesen sind ein Gebirgszug der das Elsass von Nord nach Süd durchzieht. Mit Erhebungen bis 1400 Meter  zählen sie bereits zu den Mittelgebirgen.


Der Naturpark dehnt sich im Westen bis nach Lothringen aus und geht im Norden nahtlos über in den deutschen  Naturpark des Pfälzer Waldes.


Zusammen mit dem Pfälzer Wald bilden die Nordvogesen das größte zusammenhängende Waldgebiet Westeuropas.


Eine Besonderheit der Nordvogesen sind die stark erodierten Sandsteinfelsen.
Diese bizarren Formen sind nicht selten von Überresten einer alten Burg gekrönt.
Elsass ist das Land der Burgen


Es ist die Region Europas mit der höchsten Dichte an Burgen, Schlösser und Festungsruinen. Davon gibt es ca.  400 und viele davon lassen sich mit dem Pferd erkunden.
Eine davon ist die Ruine Hohenburg.


Sie liegt auf einem 550m hohen Schlossberg in direkter Nachbarschaft zur Ruine Fleckenstein, zur Ruine  Löwenstein und zur bereits in Deutschland liegende Wegelnburg.


Der Löwenstein hat nur eine kurze Geschichte aufzuweisen. Die Herrn von Löwenstein wurden erstmals im 12. Jahrhundert erwähnt.
1282 wurde die Burg an Rudolf von Habsburg übergeben der sie später an den elsässischen Landvogt Otto von Ochsenstein verlieh.


Dieser unterhielt die Burg jedoch nicht.
So wurde sie zu einem Hort von Raubrittern. Diese sollen u.a. ihre Pferde verkehrt herum beschlagen haben, um ihre Verfolger in die Irre zu führen.


Ein weiteres Zeugnis bewegter Vergangenheit dieser Region ist die Ligne Maginot.


Die Maginot-Linie wurde von 1930 bis 1940 gebaut um Angriffe aus den Nachbarländern zu verhindern bzw. abzuwehren.
Sie war ein aus Bunkern bestehendes Verteidigungssystem entlang der französischen Grenze.

Le Fort de Schoenenbourg

Dieser Betonkoloss ist der Eingang zu einer 30 Meter unter der Erde liegenden Festungsanlagen.

Le Fort de Schoenenbourg

Bei dieser Anlage handelt es sich um Le Fort de Schoenenbourg – das Artilleriewerk Schoenenbourg. Hier waren bis zu 630 Mann stationiert.
Man kann in den Untergrund hinabsteigen und das Kilometerlange Bunkersystem besichtigen.

Le Fort de Schoenenbourg

Mit solchen 42cm Skoda Mörsergranaten wurde dieses Artilleriewerk im 2. Weltkrieg beschossen. Sie wogen über 1000 kg. Die deutsche Wehrmacht konnte die Festung Schoenenbourg jedoch nie erobern.

Le Fort de Schoenenbourg

Das Militär interessiert sich heute nur noch in ganz wenigen Ausnahmefällen für diese Festungsanlagen – sie gehören jetzt dem Tourismus und der Geschichte.

Le Fort de Schoenenbourg

Heute sind es nur mehr Zeitzeugen und Mahnmahle einer längst vergangenen Zeit.

Le Fort de Schoenenbourg

Durch Klima und Bodenqualität begünstigt, nimmt die Landwirtschaft im Elsass einen wichtigen wirtschaftlichen Stellenwert ein. Allerdings sind es nur 10% der Erwerbstätigen die in der Landwirtschaft tätig sind.
In der elsässischen Rheinebene spielen neben Weizen und Kartoffeln auch der Mais eine tragende Rolle.
Tabak und Zuckerrüben werden ebenso angebaut wie der für die Biererzeugung so wichtige Hopfen.


Geerntet wird auch hier mit riesigen Maschinen. Bei Umladevorgängen verlieren diese Kolosse immer wieder etwas von ihrem Ladegut, für die Pferde ein willkommener Imbiss.


Was den Pferden am Wegesrand serviert wird, gibt es in adaptierter Form für den Reiter in der nächsten Ortschaft.


Im Wald, an der Grenze zwischen Deutschland und Frankreich, finden wir ein Kunstwerk der besonderen Art.
Der Altschlossfelsen.


Es ist ein Bundsandsteingebilde mit einer Länge von ca. 1,5 km.
Kein eiszeitlicher Gletscher hat je diesen nördlichen Teil der Vogesen erreicht. So blieben diese mächtigen Schichten aus Buntsandstein bis heute erhalten.


Die Archäologie befasste sich erst 1954 mit dem romantischen Felsgebilde. Bei Untersuchungen des
Altschlossfelsen stieß man auf Spuren einer ehemaligen Befestigungsanlage. In einer Wandrinne fand man Überreste aus dem Hochmittelalter.
Dabei entdeckte man auch eine handvoll Scherben aus der Zeit 450-50 v. Chr.
Aufgrund dieser Datierung ging man zunächst davon aus, dass es sich dabei um die Überreste eines römischen Kastell handeln könnte. Diese Anlage sollte die hier vorbeiführenden Römerstraße schütze.
Aber keinerlei Funde konnten bisher die Existenz einer solchen römischen Befestigung eindeutig untermauern.

Eines ist jedenfalls sicher, aufgrund einer Höhe von über 20 Metern konnte man das Umland sehr gut kontrollieren und auch feindliche Angreifer wirkungsvoll abwehren.

 

 

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