Irland Teil 1

Irlands Gras ist grüner, außerdem sind Luft und Wasser reiner, der Regen ist wärmer und das Wetter wechselhafter. So oder ähnlich sind die ersten Eindrücke und Vorstellungen von Reisenden die die Insel im Atlantik besuchen. Wenn man an Irland denkt entstehen automatisch gewisse Klischeevorstellungen wie grüne Wiesen, sanfte Hügel, schnell einsetzender Nieselregen und Schafe die blökend auf sich aufmerksam machen. An urige Pubs denkt man ebenso wie an bekannte Dichter und mit schrägem Humor ausgestattete Einheimische die zudem noch recht trinkfest sind.

Der Frost im Winter ist fast unbekannt, man bekommt kaum Winterreifen – nicht notwendig – und eine Heizung, befeuert mit Torf, reicht um in den kalten Monaten nicht zu frieren. Sehr aufgeschlossen sind die Iren gegenüber Fremden, Engländer mal ausgenommen, sehr tolerant und einem Schwätzchen nie abgeneigt.

Das ist auch wahrscheinlich der Grund warum die Pünktlichkeit etwas leidet, aber ich bin ja sowieso auf Urlaub. Die grüne Insel ist ein sehr geschichtsträchtiger Boden. Eine Reise durch Irland könnte man fast mit einer Zeitreise gleichsetzen.

Sie führt uns durch die unterschiedlichsten Epochen beginnend in der Jungsteinzeit bis in die heutige Zeit.

10.000 v. Chr. siedelten die ersten Menschen auf der Insel. Die Kelten, sie machten sich ab 400 v. Chr. auf der Insel bemerkbar, legten den Ursprung der irischen Sprache und Kultur. Der Brauchtum und die Weisheit der Kelten gelten immer noch als legendär und werden vielerorts auch heute noch gepflegt.

Die Römische Großmacht verschonte Irland dafür mussten sich die Iren aber lange Zeit mit den streitbaren Nordmännern, den Wikinger, arrangieren. Zu allem Überfluss trieb es noch die Engländer auf die Insel. Sie besetzten große Gebiete Irlands.

Für das Irischen Volk hatten sie nur wirtschaftlichen Rückstand, bittere Armut und Hungersnöte im Gepäck. „The Great Famine“ oder große Hungersnot von 1845 – 1849 wurde ausgelöst durch einen Kartoffelpilz und vernichtete fast die ganze Ernte.

Ein ständiges auf und ab prägte die Irische Wirtschaft bis in die heutige Zeit. Vom „ Armenhaus Europas“ aufgestiegen zum „Celtic Tiger“ um dann ab 2007 von der beginnenden Weltwirtschaftskrise besonders stark getroffen zu werden.

Um ein reales und lebendiges Bild zu bekommen mach ich mich zu einer 3 wöchigen Reise auf, sie führt mich rund um die grüne Insel. Mein mittlerweile 13 Jahre alter VW-Bus wird mir hoffentlich wieder gute Dienste leisten.

Gandhi, mein Hund und treuer Reisegefährte ist natürlich wieder mit von der Partie.

Meine Route habe ich nicht geplant, einfach darauf los denn Wege entstehen sowieso dadurch dass man sie geht. Ich fahre über Deutschland, Luxemburg, Belgien und Frankreich bis in die Hafenstadt Calais. Um nach England zu gelangen entscheide ich mich hier für den Eurotunnel. Es ist ein 50 km langer Eisenbahntunnel der unter dem Ärmelkanal verläuft. Die Fahrzeuge werden auf die Waggons verladen, das hat einen großen Vorteil, man kann im Auto und natürlich bei seinem Hund bleiben.

Aber, es kommt eben immer anders als man denkt, in Calais erstmal eine kleine Ernüchterung.

In England waren die Ferien zu Ende, der Eurotunnel war ausgebucht bis zum nächsten Tag. Ich konnte mir das gar nicht vorstellen, aber – die freundliche Dame die als Ordner fungierte ließ keinen Zweifel – es gibt ein riesen Delay… wir haben Probleme im Tunnel. Das war´s ich warte nicht bis morgen weil ich meine, ich laufe dir gerne entgegen aber nicht hinterher. Umdrehen und ca. 10 km zurück bis zum Ferry Port in der Hoffnung auf einer Fähre einen Platz zu bekommen.

Fivefiftyfive next Departure, so die Auskunft am Schalter, das ist noch eine Stunde – mittels Kreditkarte wird der Platz gleich fixiert. Dabei unbedingt zu erwähnen, „I have a Pet“. Hund mit dabei auf der Reise nach England erfordert etwas größeren Aufwand.

Wichtig, der Heimtierausweis, eine aufrechte Tollwutimpfung und eine Bandwurmbehandlung. Die komplizierten Quarantänebestimmungen sind Geschichte. Man bekommt einen gelben Zettel auf die die Windschutzscheibe, der britische Zoll kontrolliert das gleich in Callais.

Gandhi wird gescannt um zu kontrollieren ob die Daten am Chip mit denen im Ausweis übereinstimmen. Nun müssen wir in die Bereitstellungszone und…warten bis die stolze Dame im Hafen an der Leine liegt, die „Pride of Burgundy“.

Mit gut 28. ooo BRT kein kleiner Kahn. 500 Pkw`s oder 120 Lastwagen finden auf dem knapp 180 Meter langen Schiff einen Platz.

Der Nachteil auf der Fähre, mein Reisebegleiter Gandhi muss im Auto bleiben. Er ist ja das Auto gewöhnt und ist froh dass die Karre jetzt mal steht. 😉

Wir verlassen Calais, übrigens der 2. größte Passagierhafen Europas.

P&O ist eine jener Unternehmen die Fährverbindungen über den Ärmelkanal betreiben. Um die 60 Überfahrten werden pro Tag hier angeboten.

Der letzte Leuchtturm…

… in 90 Minuten werden wir in Dover sein. 🙂

Diverse Bordeinrichtungen verkürzen die Fahrzeit, für Lastwagenfahrer ist ein eigener Bereich reserviert.

Die Straße von Dover ist mit 33 km der engste Teil des Ärmelkanals. Über 400 Schiffe pro Tag passieren diese Engstelle. Immer wieder kommen sich Fähren und andere Schiffe, für meine Begriffe, sehr nahe.

So wie dieser Verfolger. Er ist etwas schneller als wir, holt auf und ist in Dover vor uns an der Pier. Im Hafen herrscht reger Betrieb, Dover is always busy …

Die Fähren kommen und gehen, das muss erst mal koordiniert werden.

Ein sehr großer Teil des Verkehrs zwischen dem Festland und der britischen Insel wird trotz Eurotunnel nach wie vor von den Fähren erledigt. Nebenbei gesagt, es ist auch die schönere und aufregendere Möglichkeit nach England zu gelangen.

Die Kreidefelsen von Dover grüßen in der Abendsonne.

Das ist mein Stichwort, es ist Abend, wir sind müde und beschließen den aufregenden Tag auf einem kleinen Campingplatz in der Nähe von Dover. Nach einer ruhigen Nacht und ausgiebigem Frühstück geht es auf der M 25 in Richtung London. Ich möchte ca. 550 km quer durch Südengland bis zum kleinen Fährhafen Fishguard. Von dort aus bringt mich eine Fähre, hoffentlich, nach Irland.

Aber vorher kommt noch der Großraum London, hier bekomme ich die Auswirkungen des Linksverkehrs das erste Mal zu spüren. Kurz vor London erwische ich die falsche Spur. Der Hinweis auf die „London Congestion Charge“ – das ist eine 10 Pfund teure Mautgebühr für die Innenstadt, sagt mir, ich bin am Stadtrand von London. Da will ich aber gar nicht hin, umdrehen und wieder zurück auf die M 25 dann weiter auf der M 4 über Newport nach Cardiff.

Die Entfernungen sind jetzt in Meilen angegeben, eine zusätzliche Herausforderung, ich verschätze mich regelmäßig bei meiner Fahrzeit. So erreiche ich auch erst am Nachmittag den Hafen von Fishguard.

Wie gesagt, offensichtlich haben meine Schätzungen nicht ganz gestimmt, die Nachmittagsfähre hat sich bereits aus dem Staub gemacht und das ohne mich. Das Ferry Terminal ist verweist.

Sogar das Wasser ist verschwunden, man nennt es Ebbe.

Die Boote wirken hilflos, ich denke an die große Fähre wie wird das wohl… aber das sind ja alles Profis, die wissen was sie tun.

Das Schiff läuft sowieso erst um 02.30 Uhr Nachts aus und bis dahin wird wohl auch das Wasser wieder dort sein wo es sein soll, man wird sehen.

Aber kein Nachteil ohne Vorteil, so lerne ich eine interessante Lady kennen, zwar nur auf einer Gedenktafel aber immerhin.

Ihr Name, Jemima Nicholas. Sie erzählt mir von der letzten Invasion in Großbritannien.

Die Franzosen haben 1797 hier in Fishguard versucht an Land zu gehen, haben aber nicht mit Jemima gerechnet. Bewaffnet mit Mistgabeln soll sie, gemeinsam mit anderen Frauen, die Franzosen in die Flucht geschlagen haben. Angeblich war die traditionelle Kleidung der Frauen der britischen Militäruniform sehr ähnlich. Die Invasoren ergaben sich da sie glaubten eine große Armee marschiere auf sie zu.

Die Franzosen erbeuteten bei ihren Plünderungen hauptsächlich Alkohol. Sehr trinkfreudig, wurde ihnen das aber zum Verhängnis. So betrunken waren sie nicht mehr kampfbereit.

Es wird Abend, vorerst bin ich der Einzige der auf das Schiff nach Irland wartet.

Dann geht alles sehr schnell, der Parkplatz füllt sich, Tickets besorgen und rein in den Bauch der Fähre. Bis zu 564 Fahrzeuge schluckt die „Stena Europe“.

Aufgrund der Höhe unseres Fahrzeuges müssen wir auf das unterste Deck. Zwischen den Lastwagen wird uns ein Platz zugewiesen… es wird kuschelig eng.

Gandhi muss wieder im Auto bleiben, dann geht´s los – um 6 Uhr früh werden wir in Irland sein.

In der Dunkelheit verschwinden die Lichter von Fishguard. Die Seeluft bläst mir ins Gesicht,          die „ Stena Europe“ macht jetzt gut 20 Knoten Fahrt.

Der lange Tag und natürlich auch die lange Nacht macht sich bemerkbar, jetzt wird’s, wie wir in Österreich sagen, „zach“.

3,5 Stunden wird die Fahrt dauern, ich kann nicht schlafen, streune am Schiff umher und schau mir mal, so ganz nebenbei, die Rettungsboote an.

Ich hoffe wir brauchen sie nicht, ich denke immer wieder an meinen Hund der im Auto am untersten Deck … „wird schon alles gut gehen“ murmle ich vor mich hin und versuche ich mich damit zu beruhigen. Es ist wahrscheinlich nur die Müdigkeit die mir jetzt solche Gedanken aufdrängt. Ich schlafe tatsächlich in einem der unbequemen Sessel ein, aber nur für eine halbe Stunde.

Plötzlich schrecke ich auf, eine Stimme im Lautsprecher – nein nichts ist passiert, nur „zu den Fahrzeugen bitte“ – es ist kurz vor 6 Uhr – wir sind in „ Rosslare Harbour“.

Der Hafen wurde erst 1906 errichtet und ist ein wichtiger Knotenpunkt, auch Umschlagplatz, im Fährverkehr zwischen der britischen Insel und Irland.

Mittlerweile wird es hell und die Sonne klettert über die Dächer der Häuser.

Ich fahre gleich auf den ersten Campingplatz und lege einen Tag Pause ein. Zu müde um weiterzufahren, das Abenteuer Linksverkehr lasse ich heute lieber bleiben.

Nächsten Tag geht es gut ausgeruht über Wexford weiter nach New Ross. Die Stadt liegt am River Barrow und ist der einzige Binnenhafen Irlands. 32 Km beträgt die Entfernung zum Meer.

Hier werde ich das erste mal mit der großen Hungersnot von Irland konfrontiert. Am Kai liegt der Nachbau der „Dunbrody“ , eine Dreimastbark (Segelschiff). Das Original brachte von 1845 bis 1851 viele Emigranten über den Atlantik in die USA oder nach Kanada. Sie flüchteten vor der großen Hungersnot die in dieser Zeit über eine Million Menschen dahinraffte.

Etwa 2 Millionen Menschen benützten eines dieser Schiffe um in die neue Welt zu gelangen.  Es waren eigentlich Transportschiffe die Waren aus Amerika nach Irland transportierten. Für die Rückreise wurden aus Planken notdürftige Unterkünfte für die Passagiere gezimmert.

2 mal 2 Meter war die Koje groß und musste für eine ganze Familie reichen. Für heutige Verhältnisse, unerträglich, die Überfahrt dauerte bis zu 6 Wochen.

Die „Passagiere“ durften meist nur eine Stunde pro Tag an Deck und das nur um sich am Feuer ihr Brot für die Mahlzeit zu backen. Unvorstellbare hygienische Verhältnisse herrschten auf den Schiffen, Typhus und Cholera waren an der Tagesordnung. Um der Hungersnot zu entgehen hatten sie aber oft keine andere Wahl als das Land zu verlassen.  Die durchschnittliche Todesrate der Passagiere lag auf diesen Schiffen bei 20%.          

Die Emigrantenschiffe wurden daher schon „Coffin Ship“ (Sargschiffe) genannt.

Ich bin froh dass wir heute von einer Hungersnot weit entfernt sind, hier in New Ross probiere ich das erste mal Fish ’n’ Chips.

Frisch gestärkt geht es weiter in südwestlicher Richtung bis nach Lismore über den Blackwater River…

…vorbei an „Lismor Castle“

Das Schloss wurde von Prinz John erbaut. Er ist bekannt aus der englischen Volkserzählung Robin Hood. Man überließ die noble Hütte aber später der Kirche, sie diente lange Zeit als Bischofssitz. Heute kann man hier Urlaub machen, in exklusivem Ambiente und sich vom Butler des Grafen bedienen lassen.

Soweit reicht allerdings mein Budget nicht, es geht weiter in Richtung der Zweit größten Stadt Irlands, nämlich Cork. Ich umfahre die Stadt soweit es möglich ist, möchte dem starken Feierabendverkehr entkommen.

Ganz in der Nähe von Cork liegt Cobh, einmal ein kleines verschlafenes Fischerdorf. Aber nur so lange bis in der Mitte des 18. Jh. die britische Armee die Vorzüge des geschützten Naturhafens erkannten.

Cobh entwickelte sich zu einen wichtigen Umschlagplatz für Waffen und Güter. Der erste Transatlantik Dampfer, die Sirius, startete hier ihr Reise. Auch die Titanic legte 1912 hier an um irische Auswanderer an Bord zu nehmen. Wenige Tage später waren die meisten von ihnen ertrunken.

Ich bin schon spät dran mein Ziel für heute ist ein kleiner Campingplatz in der Nähe von Kinsale.

Nun treffe ich auf den „Wild Atlantic Way“. Mit 2600 Kilometer eine der längsten Küstenstrassen der Welt. Ich werde dieser Route folgen, entlang der Irische Atlantikküste bis in den Norden des County Donegals auf die Halbinsel Inishowen.

“Where land and sea collide. Where untamed beauty abounds” so heißt es auf der offiziellen Homepage des Atlantic Way. Ich bin gespannt…

Vor lauter schauen, einmal falsch abgebogen dann eine Umleitung und ich bin schon wieder dort wo ich eigentlich nicht sein soll. Da hilft mir mal wieder Mister Zufall. Während ich mir auf meiner Landkarte eine Alternative suche bleibt ein Auto stehen. Eine überaus freundliche deutsche Dame gibt mir Auskunft und bittet ebenso freundlich mich überholen zu dürfen.

Ihr Wagen sei der Schnellere, das sehe ich ein und räume freiwillig das Feld besser gesagt die Straße. Sie gibt mir noch einen Tipp mit auf den Weg – Garretstown Beach – eine wunderschöne Bucht am Atlantik und alles ohne Stellplatzgebühren. In Irland ist ja, man glaubt es kaum, das campen fast überall erlaubt. Nur ab und zu weisen Schilder darauf hin, dass hier die Übernachtung im Motorhome nicht erwünscht ist. Na ja, es wir Abend ich gehe mit Gandhi noch am Strand spazieren, dann treibt uns das schlechte Wetter ins Auto.

Es beginnt leicht zu Regnen und eben diesen peitscht der Sturm über und auf das Wagendach. Er rüttelt mit all seiner Kraft, mir wird die fast unheimliche Macht bewusst, mit der hier der Nordatlantik auf die Insel trifft. Ich möchte mir gar nicht vorstellen wie es den Fischer ergeht die ja fast bei jedem Wetter hinausfahren um ihre Arbeit zu verrichten.

So alleine im Sturm an einem einsamen Strand, da könnte man fast etwas melancholisch werden – ich denke an den Film „Into the Wild“ und an einen Menschen der mir sehr fehlt – Happiness is only real, when shared …

Die Nacht ist vorbei, das Wetter und mein „Seelenzustand“ haben sich gebessert. Mit dafür verantwortlich, nicht nur die heiße Tasse Kaffee, sondern auch ein kleiner bunter Ort mit bewegter Geschichte.

Baltimore, liegt ganz im Süden von Irland. Der Ort mit Puppenstubenatmosphäre ist vor allem bei Hobbyseglern und Hochseefischern beliebt.

Baltimore

Oberhalb des kleinen Hafens findet man die Ruine von „Baltimor Castle“. In ihren Mauern zeigt man in einer beeindruckenden Ausstellung die Geschichte der Piraterie in diesem Gebiet inklusive der so genannten „Sack of Baltimor“.

Bei diesem Überfall wurde 1631 das kleine Dorf von einer Truppe Piraten angegriffen, über 100 Bewohner verschleppt und in die Sklaverei gezwungen.

Baltimor Castle

Die schaurige Geschichte und Geschichten lasse ich hinter mir, folge weiter dem „Wild Atlantic Way“ .

Nach nur einer halben Stunde Fahrzeit komme ich nach Ballydehob. Im Ort und seiner Umgebung haben sich zahlreiche Künstler und so genannte Aussteiger niedergelassen. Viele Ateliers kann man nach Absprache auch besichtigen.

Am östlichen Ortseingang ein Artefakt aus der Vergangenheit der irischen Eisenbahngeschichte. Eine alte Eisenbahnbrücke der „Schull and Skibbereen Railway“ verläuft hier über die Roaringwater Bay.

Aber so genau man auch schaut, der letzte Zug ist schon vor langer Zeit hier abgefahren…

…das Viadukt dient jetzt als Fuß- und Radweg. Die letzte Eisenbahn fuhr 1947.

Wie die Welt oft klein ist – hier werde ich von einer Dame angesprochen, sie ist zwar Deutsche lebt aber schon lange in Irland und spricht lieber Englisch als Deutsch. Sie war im Alter von 8 Jahren mit ihren Eltern auf Urlaub in  Seekirchen bei Salzburg, das ist nur 25 km von meinem Wohnort entfernt.

Nach einer kurzen Unterhaltung, mein Kompass zeigt jetzt nach Norden, ich komme nach Bantry.

Hier macht sich der warme Golfstrom in Vegetation und Klima bemerkbar. Die Stadt ist ein wichtiges Wirtschaftszentrum der Region. Neben Tourismus spielt auch die Fischerei eine wichtige Rolle. Vor allem die Austernbänke, Bantry Oysters zählen zu den beliebtesten Vorspeisen im County Cork.

Schockierend in diesem Zusammenhang das Unglück des französischen Supertankers „Betelgeuse“. Bei Entladearbeiten am 8. Jan. 1979 explodierte das Tankschiff und brach auseinander.

Der Mittelpunkt des Städtchens ist der „Wolfe Tone Square“ benannt nach Theobald Wolfe Tone einem radikaler Anführer der irischen Unabhängigkeitsbewegung.

Es geht nun entlang der N71 nach Glengarriff. Unterwegs hat man schon fantastische Ausblicke auf die Beara- Halbinsel. In der irischen Sprache heißt Glengarrif eigentlich „das raue Tal“, das Klima kann dabei nicht gemeint sein. Der Ort hat die mildesten Wintertemperaturen von ganz Irland (der Golfstrom lässt grüßen) und dadurch eine ausgeprägte subtropische Vegetation. Sogar Palmen wachsen entlang der Seefront.

Glengarriff ist nicht groß, es wird Saint Tropez der grünen Insel genannt. Eine lang gezogene Straße, entlang dieser, einige Pubs,

Hotels und ein paar nette Geschäfte.

 

Der Friedhof ist das größte Grundstück im Ort, und schon ist man durch. Jetzt geht es hinauf auf den Caha Pass. Ich muss lächeln, wenn man in Österreich von einem Pass spricht hat man eher so etwas wie die Alpen im Kopf, aber…

…wir sind ja auf einer Insel. Die Straßen sind gewöhnungsbedürftig, damit meine ich nicht den Linksverkehr.

Ich wusste nicht, dass man so viele Schlaglöcher auf einer Straße unterbringen kann. Das geht schon die ganze Zeit so, jetzt verabschieden sich am Auto die ersten Glühbirnen.

Die müssen ersetzt werden, es geht jetzt durch einige Tunnels. Ich habe einen interessierten Beobachter, was mag sich dieses Schaf jetzt wohl denken.

Über den Pass erreicht man die Grenze zum County Kerry.

Ein Highlight am Wegesrand – Molly Gallivans Cottage & Farm – hier wird irische Geschichte lebendig, hier kann man rasten und Kaffee und Kuchen genießen oder nur Souvenirs kaufen.

In Kenmare (der irische Name bedeutet übrigens „kleines Nest“) zweigt die Nationalstraße 70 ab zur Fahrt über die Halbinsel Iveragh entlang des berühmten „Ring of Kerry“.

Es ist eine 170 Kilometer lange, nach Angaben irischer Tourismus-Promoter auch die schönste Küstenstraße Europas. Zumindest soll es der landschaftlich schönste Teil der grünen Insel sein. Ich bin gespannt…

Vielen Reise-und Busunternehmen ist das offensichtlich auch bekannt. In den Sommermonaten, nicht enden wollende Touristenkarawane ein Reisebus nach dem anderen und ich bin ein Teil davon. Wo ist die Einsamkeit, die Stille…

Jetzt im September ist es mit dem Verkehr nicht mehr ganz so schlimm, es kommt wahrscheinlich auch dazu dass das Wetter momentan nicht dem eines Urlaubswetters entspricht.

An der Fahrweise erkennt man hier am Ring die vielen Mietwagen mit ausländischer Besatzung. Ist doch der irische Straßenverkehr geprägt durch Rücksichtnahme und Freundlichkeit, am Ring of Kerry, keine Spur davon. Man hat keine Chance den vielen Schlaglöchern auszuweichen und dunkel wird es auch.

Der nächste Campingplatz wird angesteuert, dann doch wieder weitergefahren, hier ist mir zu viel los. Beim nächsten klappt es dann. Ein lauschiges Plätzchen ist schnell gefunden, zum einschlafen noch ein Guinness und dann gute Nacht.

Zweifelsohne ist der „Ring of Kerry“ landschaftlich eines der schönsten Gebiete Irlands, aber… ich persönlich würde es nicht als DAS schönste Gebiet bezeichnen. Ich holpere weiter über die N70, bin fester Bestandteil der Touristenkarawane.

Das Wetter hat sich wider den Vorhersagen, nicht gebessert – aber man weiß ja, in Irland kann von einer Minute auf die andere die Sonne wieder scheinen.

Ich denke mir nur: „Und plötzlich ist da jemand, der kippt einfach ein paar Eimer Farbe in dein Leben und macht deine Welt wieder bunt“ so wird es hoffentlich auch mit dem Wetter sein, ich vertraue darauf. Auf meiner Strecke liegt nun das viktorianische Seebad Waterville.

Eine kleine Ortschaft die für 10 Jahre ein beliebtes Urlaubziel für einen großen Namen, nämlich Schauspieler Charlie Chaplin, war. Auch wir machen Pause hier, trinken Kaffee in einem kleinen Laden – ich darf auch meinen Hund mit hinein nehmen.

Der einzige Gast, außer mir, erzählt von seinem Aufenthalt in Österreich und die Besitzerin des Geschäftes erklärte mir etwas über Telegrafenkabel. Erst nach mehrmaligem Nachfragen verstehe ich, das erste Transatlantikkabel wurde 1865 von hier aus verlegt. Das ermöglichte die Übermittlung von Morsezeichen zwischen Europa und Nordamerika. Damals eine riesen Errungenschaft, heute in der Zeit von WLAN und Bluetooth, man kann sich das gar nicht mehr vorstellen. Ob ich dem starken Touristenverkehr irgendwie auskommen kann, frage ich. „Wo soll es den hingehen“, die prompte Antwort – „in Richtung Norden“ – „na ja“ heißt es und weiter etwas philosophisch „man muss das Ziel schon kennen um den Weg zu finden“ – wie so oft im Leben.

Hier erfahre ich auch warum mir auf der Straße so viele Busse entgegenkommen. Einer inoffiziellen Absprache zufolge fahren die Busse gegen den Uhrzeigesinn und Autos im Uhrzeigersinn um die Halbinsel. Grund dafür sind die allzu engen Fahrbahnverhältnisse, man müsste so immer wieder hinter einem langsam fahrenden Bus herfahren. 

Dann lese ich noch ein Zitat von Charlie Chaplin:

„Wir brauchen uns nicht mehr fürchten vor Auseinandersetzungen, vor Streit oder all den Problemen, die wir glauben zu haben. Denn sogar wenn Sterne aufeinander prallen, entstehen neue Welten.“ Interessant.

Ich verlasse den „Ring of Kerry“ mit gemischten Gefühlen und steuere in Richtung Limerick. Auf dem Weg dorthin treffe ich auf ein paar sonderbare Gestalten.

Fotografieren gerne, aber nur wenn man in das kleine Gefäß über der Feuerstelle ein paar Münzen einwirft. Es soll aber nicht zu meinem Schaden sein, so wird mir versichert – es bringt Glück. Das Geschäft mit dem Quäntchen Glück nachdem wir alle suchen, ich glaube er und seine Tiere können sogar davon leben. Mir soll´s recht sein, haben doch alle etwas davon.

Ich komme durch Milltown, ein Plakat wirbt „Best of irish produce , locally sourced“ Das weckt meine Aufmerksamkeit oder eigentlich meinen Hunger.

It´s time for lunch, dachte ich mir, Larkin`s Pub bietet die Gelegenheit dazu, warum nicht. Die Auswahl ist schnell getroffen – Shepherd’s Pie – ein traditionelles irisches Gericht.

Es besteht grundsätzlich aus zwei Schichten wobei die obere aus fein geriebenen Kartoffeln und die untere aus Hackfleisch besteht. Das Hackfleisch vorzugsweise vom Lamm, darum auch Shepherd’s Pie. Wenn man ehrlich ist, ich glaube nicht dass es die Kunst der meisten irischen Köche ist die die Besucher auf die Insel lockt.

So gestärkt mache ich mich wieder auf den Weg in Richtung Tagesziel, Limerick. Dann entscheide ich mich doch für einen kleinen Umweg. Die Fahrt geht über Listowel bis zum Fluss Shannon. Ich habe erfahren, dass es in Foynes, das direkt am Shannon liegt, ein Museum für Flugboote gibt. Das kann ich mir nicht entgehen lassen. Aber alles der Reihe nach…

Bei Glin treffe ich auf die Coast Road die entlang des Shannon führt. Er ist nicht nur der Wasserreichste sondern mit 370 Kilometern auch der längste Fluss Irlands. Ich werde ihm aber nur ein kleines Stück folgen. Der Shannon ist bei Freizeitskippern sehr beliebt. Viele Irland-Urlauber mieten einen motorbetriebenen Kabinenkreuzer, um für eine oder zwei Wochen auf Flüssen, Seen und Kanälen durch die grüne Landschaft zu schippern. Bootsführerschein – nicht notwendig – die Kähne haben max. 45 PS. Man bekommt ausführliche Anweisungen bei der Übernahme, detailliertes Kartenmaterial ist ebenfalls an Bord.

Die Straße windet sich entlang des breiten Mündungsarmes, der schon stark von den Gezeiten des Atlantiks beeinflusst ist. Ich kann mir gut vorstellen dass das optimale Bedingungen für Flugboote waren, die damals, nach ihrer langen Reise über den Atlantik, eine geschützte Wasserfläche zur Landung suchten. Mit farbenfroher und vielfältiger Flora geizt der Shannon nicht.

In seinen Niederungen, Buchten und Binnenseen haben verschiedenste Tiere und Wildvögel ein Zuhause gefunden.

Ich erreiche Foynes eine kleine Stadt am südlichen Ufer des Shannon. Der Hafen wirkt nicht sehr einladend, aber wie gesagt mich interessiert sowieso das Museum.

Foynes spielte von 1939 bis 1945 eine außergewöhnliche Rolle in der interkontinentalen Luftfahrt. Mit Flugbooten wie der Boeing 314 wurde der transatlantische Luftverkehr von hier aus bedient. Foynes galt in dieser Zeit als Zentrum der Luxusfliegerei. Hier existiert auch das einzige Flugbootmuseum der Welt. Es gibt eine reichhaltige Ausstellung aus der damaligen Zeit zu bestaunen. Das Herzstück bildet die in Originalgröße nachgebaute Boeing 314 „Yankee Clipper“.

Sie war in ihrer Zeit das größte Flugzeug der Welt, enormer Luxus den sich nur die Superreichen leisten konnten. Die Sitze konnten in Betten umgebaut werden selbst für heutige Verhältnisse, Luxus pur.

Im Vergleich zu den Instrumenten in modernen Flugzeugen, das Cockpit der Boeing 314, es wirkt antiquiert.

Hier soll auch ein besonders Getränk erfunden worden sein.

Die Geschichte dahinter: Spät am Abend im Winter 1943, startet ein „Yankee Clipper“ mit Ziel Neufundland. Nach einigen Stunden Flug musste die Maschine wegen schlechten Wetters wieder umkehren.

Am Flughafen von Foynes war man durch eine Funknachricht vorgewarnt. Der Restaurantchef wurde gebeten sich etwas Besonderes einfallen zu lassen um die müden Passagiere wieder aufzuwärmen. Er entschied sich etwas irischen Whiskey in den Kaffee zu geben – und schon war der „Irish Coffee” geboren.

Die Zeit vergeht, ich muss weiter. Irland´s Mitte lasse ich aus Zeitgründen links liegen. Nach einer Übernachtung bei Galway geht´s weiter in Richtung Norden, Connemara wird auch gestrichen, der Urlaub ist begrenzt.

Auf meiner Reise durch Irland treffe ich immer wieder auf verfallene alte Klöster. Bei Nacht ein ganz besonderes Erlebnis. Dieses nur mehr in Form einer Ruine bestehende Friary Claregalway wurde für die Franziskaner Mönche erbaut. Die Überreste zählen zu den wichtigsten Zeugnissen der Architektur von Franziskaner.

In Rosses Point soll sich ein besonders schöner Campingplatz befinden, das stimmt, hat aber im September bereits seine Pforten geschlossen. Aber es hat alles seinen Sinn, ich finde ganz in der Nähe einen schönen Platz zum Übernachten, fantastischer Ausblick inclusive.

Wir machen uns gleich auf den Weg, für uns beide eine interessante Erkundungstour.

Dabei treffen wir ein junges Paar aus Ried im Innkreis, Österreich lässt grüßen. Die Beiden machen eine Ausbildung zum Krankenpfleger, das Praktikum an einer Klinik in Dublin. Ihre Freizeit nützen sie um Irland auf eigene Faust kennenzulernen.

Der Leuchtturm von Rosses Point markiert die Einfahrt in den Hafen von Sligo. Er war 1588 sicher noch nicht auf seinem Platz.

Zu dieser Zeit war die spanische Armada hier „zu Gast“. Nichts Gutes im Schilde führend, liefen einige ihrer Schiffe im Sturm auf Grund. 1985 endeckten Archäologen die Überreste der Spanier.

Man kann es erahnen, es ist nicht ungefährlich hier. Die Hinweisschilder weisen darauf hin, die See ist unberechenbar.

Der bekannte Poet William Butler Yeats verbrachte in Rosses Point seine Sommerurlaube. Als erster Ire erhielt er den Literaturnobelpreis und gilt heute noch als einer der bedeutendsten englischsprachigen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.

Das bringt mich „an sein Grab“ besser gesagt in die Ortschaft Drumcliff. Yeats nimmt auch Bezug auf die vielen Sagen und Legenden die auf der grünen Insel erhalten geblieben sind.

William Butler Yeats: Irland, noch immer vorwiegend keltisch, hat sich neben wenigen schönen Dingen eine Begabung zur Vision bewahrt, die bei hektischen Völkern ausgestorben ist. Uns konnten keine lichtspendenden Leuchter daran hindern, ins Dunkel zu blicken, und wenn man ins Dunkel blickt ist etwas drin.“

Verlässt man die Hauptstraßen, die an sich schon besondere Anforderungen an das Material stellen, und versucht es über Nebenstraßen, kann es schnell zum Abenteuer werden.

Wir sind bereits in der nördlichsten Grafschaft Irlands. Donegal, meiner Ansicht nach noch schöner, wilder und unberührter als der so hoch gerühmte „Ring of Kerry“. In Killybegs lege ich eine kurze Pause ein. Eine Hafenstadt mit dem produktivsten Fischereihafen Irlands, was immer das auch heißen soll. Zumindest liegen, nach offizieller Auskunft, zu jeder Zeit mindestens 60 moderne Fischerboote hier vor Anker.

Nicht nur von der Fischfangindustrie, sondern unter anderem auch von Schafzucht lebt das Land. Irland war ja ein sehr armes Land und böse Zungen behaupten, als zahlreiche Iren auswanderten vergaßen sie ihre Schafe mitzunehmen.

Deshalb gibt es in Irland mehr Schafe als Menschen – 4,5 Mio. Menschen stehen ungefähr 11 Mio. Schafe gegenüber.

Die Strecke führt vorbei an winzigen Weilern, sie werden oft nur mehr bewohnt von… richtig, Schafen.

Von einem kleinen, etwas versteckt gelegenen Parkplatz führt eine schmale Straße entlang der Küste zum nächsten Highlight, den Klippen von Slieve League.

Am Parkplatz lasse ich das Auto stehen und mache mich zu Fuß auf den Weg. Gandhi sieht das ganz anders, man könnte hier ja auch fahren.

Nein wir gehen, mein Argument – So verpassen wir garantiert nichts von der beeindruckenden Landschaftskulisse.

Während der Wanderung zum höchsten Punkt genieße ich herrliche Ausblicke auf den Atlantik, die Sligo Mountains und Donegal Bay.

Wenn man oben angekommen ist, überragt die Felswand von Bunglas das Meer um über 600 Meter. Die richtige Ausrüstung vorausgesetzt, kann man nach dem Aussichtspunkt noch weiter wandern. Der One Man’s Pass führt weiter bis zum Pilgrim’s Path.

Die Klippen von Slieve League gehören mit ihren 601 Metern zu den höchsten und atemberaubendsten Meeresklippen in Europa.

Eine Steinmauer in Form eines Halbkreises schützt die Ruine einer Kapelle die sich ganz oben auf den Klippen befindet. Der heilige Aed soll hier in einer Einsiedelei gelebt haben.

Über Glencolumbkille geht es weiter, auf schmalen Wegen …

…die Straße windet sich in engen Serpentinen hinauf auf den Glengesh Pass. An seinem höchsten Punkt hat man einen atemberaubenden Blick in das Tal von Ardara.

Ardara gilt als das Zentrum für den berühmten Donegal-Tweed. In etlichen Shops wird das edle Tuch hier angeboten. Ich halte mich nicht lange in Ardara auf, folge der R 261 und biege bald gen Westen ab. Eigentlich möchte ich nach Rossberg, eine kleine Streusiedlung die bei Hochseeanglern sehr bekannt und beliebt ist.

Hier soll es einen schönen Campingplatz in den Dünen geben. Ein Blick über den Dünenkamm…

…lässt mich erahnen warum dieses Stück Irland so beliebt ist. Tramore Beach ist nur einer von mehreren schönen Sandstränden.

Hier kann man auch immer wieder Delphine beobachten, für mich bleiben diese Tiere leider unsichtbar.

Als ich verwundert gen blauen Himmel blicke und die vielen Kondensstreifen der Flugzeuge betrachte, spricht mich eine Frau an. „Das ist die Hauptroute für Flugzeuge die nach Amerika wollen“ und hinter vorgehaltener Hand „es waren nicht alle Flugzeuge willkommen die hier am irischen Shannon Airport gelandet sind.“ Während des großen Irak Krieges nützte Amerika diesen Airport anscheinend als Zwischenstation für ihre Truppentransporter. So die Story der Dame aus dem Dorf.

Nach einer stürmischen Nacht fahre ich weiter entlang der Küste.

Ausgerechnet an einer Stelle wo das „overnight parking“ verboten ist, treffe ich auf ein Wohnmobil mit nordirischem Kennzeichen. Die große Antenne und zusätzlich eine SAT-Antenne machen mich neugierig. Ein „Hallo, what a beautiful day“ zerstreut jeglichen Verdacht. Es ist ein Ehepaar im Pensionsalter, mit dabei, ein kleiner Hund.

Sie leben in Londonderry, hier in Donegal sei die Landschaft einfach schöner, so ihr Argument für ihre Reise. Mich plagt die Neugier, ich frage was das mit den Antennen auf sich hat. „ Ich bin Amateurfunker und war heute schon mit Neuseeland in Verbindung“ erklärt er mir ganz stolz. Es sei sehr zeitintensiv meinte er weiter und um seine Frau nicht zu verärgern hat er noch schnell bei ALDI ( auch das gibt’s in Irland) eine SAT-Antenne gekauft.

Damit ist in jeder geografischen Lage die Funktion des Fernsehgerätes und somit die Verbindung zu der, von seiner Frau so geliebten „Daily Soap“, gesichert.

Ich vergesse fast die Zeit, der liebenswürdige irische Schlendrian wirkt ansteckend. Als ich aufbreche meint der freundliche Amateurfunker noch: „In Irland sagt man – als Gott die Zeit schuf, hat er genug davon gemach – also keinen Stress“. Trotzdem, für mich geht es weiter…

Ende Teil 1

Hummer und Lachse gibt es im kleinen Fischerort Burtenport, mein nächstes Ziel. Anschließend geht es weiter bis ganz in den Norden um im nördlichsten Pub Irlands ein Guinness zu trinken.

Das alles und viel mehr im 2.Teil. So long…

 

 

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