2 Wochen Benelux bis an die Nordsee

 

Die Motivation zu meiner Reise bestand darin, mir einmal ein Bild zu machen-

-wo werden die EU- Gesetze und Verordnungen erlassen und wo wird in der EU Recht gesprochen?

Mir war klar, man kann in 2 Wochen nicht alles erfahren, aber warum nicht probieren.

Das erste Ziel soll Luxemburg sein.


Die Stadt ist:

Sitz des Europäischen Gerichtshofs, Sitz des Europäischen Rechnungshofs, Sitz des Sekretariats des Europäischen Parlaments, Sitz der Europäischen Investitionsbank, Sitz der Dienststellen der Europäischen Kommission, Sitz der Europäischen Finanz-Stabilisierungs-Fazilität, Tagungsort des Rates der Europäischen Union – Stand 2013

Gandhi, mein ständiger Reisebegleiter, ist ganz Ohr…

Die Reise führt mich über Stuttgart, Karlsruhe hinein in das Dahner Felsenland mit seinen mystische Burgen.

Berwartstein , ist eine in den Sandstein gehauene Felsenburg im deutschen Teil des Wasgaus…1591 brannte die Burg nach einem Blitzschlag aus und wurde zur Ruine.

300 Jahre nach ihrer Zerstörung wurde sie wieder aufgebaut und ist als einzige im Wasgau noch heute bewohnt.

Einen kurzen Abstecher mach ich nach Frankreich, in die Stadt Thionville. Sie gehörte ab dem 10. Jahrhundert, mit Luxemburg, zum Heiligen Römischen Reich und blieb bis 1462 im Besitz der Herzöge von Luxemburg.

Luxemburg, die Stadt der Gegensätze. Die Spuren der Vergangenheit verschmelzen hier mit der heutigen Welt. Im Vordergrund der „Bockfelsen“ der als Ursprung der Festung Luxemburg gilt, im Hintergrund die modernen Gebäude der EU-Verwaltung.


In der Römerzeit führte durch das Gebiet der heutigen Stadt Luxemburg zwei Konsularstraßen. An der Kreuzung stand ein befestigter Turm. 963 kam der Turm mit Kastell durch einen Tauschakt in den Besitz Graf Siegfrieds der hier auf dem „Bockfelsen“ seine Burg bauen ließ.


Diese Burg trug den Namen „Lucilinburhuc“ (kleines Kastell). Aus diesem Namen entwickelte sich später der heutige Name „Luxemburg“.


Ab dem 16. Jahrhundert wurde die Stadt zum „Gibraltar des Nordes“. Sie wurde zu einer der stärksten Festungen Europas ausgebaut.


Aufgrund des stetigen Wechsels, der in Luxemburg anwesenden Mächte, sind die Festungsanlagen eine Zusammenfassung von mehreren Jahrhunderten Militärarchitektur.


Ab dem 17. Jahrhundert wurden, zum Zwecke der Verteidigung, Kasematten angelegt. Das sind Höhlen und Gänge die in den Fels gehauen wurden und Teil der Festung Luxemburg waren. 23 Kilometer betrug ehemals die Gesamtlänge dieser Kasematten.


1867 wurde Luxemburg, auf der Londoner Konferenz, für neutral erklärt, die Festung der Stadt evakuiert und geschleift. Verschont blieben auch die Kasematten nicht – von den 23 Kilometer langen Gängen blieben nur 17 km erhalten.

Die Kathedrale Notre-Dame de Luxembourg (auch Kathedrale unserer lieben Frau) ist das bedeutendste religiöseBauwerk des Erzbistums Luxemburg. Die 1870 zur Kathedrale erhobene Kirche wurde 1613–1617 durch Jesuiten errichtet.


Über tiefe, enge Täler führen großen Brücken – charakteristisch für die Stadt Luxemburg. Über 100 Brücken verbinden…


…die verschiedenen Plateaus, aus denen die Stadt besteht. Eine davon heißt Adolphe-Brücke und wurde zwischen 1900 und 1903 errichtet. Sie war damals die größte Steinbogenbrücke der Welt, was ihr auch im Ausland viel Interesse einbrachte.

Auf der anderen Seite der Brücke, an der Place de Metz befindet sich das Musée de la Banque. In der ehemaligen Schalterhalle des Zentralsitzes der Staatsbank geben Ausstellungsstücke und interaktive Infosäulen Einblick in die Geschichte des Bankgeschäfts und in die Entwicklung des Berufes als Bankier.

Statues of revelers on the Place du Théâtre

Das Kirchberg-Plateau. Nur 1,5 Kilometer von der Innenstadt Luxemburgs entfernt „liegt Europa“ auf einem 360 Hektar großen Plateau.


In diesem Stadtviertel arbeiten über 20.000 Menschen – beim Europäischen Rechnungshof, der Europäischen Kommission, in Kongresszentren, der Europäischen Investitionsbank, beim Europäischen Gerichtshof und vielen mehr.


Die Philharmonie Luxembourg ist ein Konzerthaus und liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zu den EU Gebäuden auf dem Kirchberg. Die Stahl-Glas-Fassade wird von 823 weißen Säulen von 20 Metern Höhe und 30 Zentimetern Durchmesser optisch dominiert.

Teil der historischen Festungsanlagen der Stadt Luxemburg ist das Fort Thüngen. Benannt nach demösterreichischen Festungskommandanten Freiherr Adam Sigmund von Thüngen.


Es beherbergt das Musée Dräi Eechelen.

Jetzt geht es weiter durch die Ardennen nach Brüssel. Abendstimmung….


Brüssel ist Hauptstadt der Europäischen Union, von Belgien und Flandern. Brüssel besteht aus 19 selbstständigen Städten. So hat jede Stadt einen eigenen Bürgermeister, eigene Märkte, Ausgehviertel und Shoppingmeilen. Das kontrastreiche Brüssel hat viele Gesichter, die moderne Skyline und viele Häuser aus der Gründerzeit wechseln sich ab mit…


…pompösen Bauwerken. 1880 ließ Leopold II. zum 50. Jahrestag der Unabhängigkeit Belgiens den Jubelpark mit seinen imposanten Bauwerken errichten. Der Triumphbogen ist heute Mittelpunkt des Parks.


Quer durch den Jubelpark führt der Weg über den Rond-Point Schumann in das moderne Europaviertel. Hier befinden sich die meisten Institutionen der Europäischen Union.


Das Viertel war ursprünglich eine Wohngegend, aber nach und nach wurden alte Gebäude durch moderne Bürokomplexe ersetzt. Heute sagen einige Kritiker, dass das Viertel als administratives Ghetto isoliert vom Rest der Stadt begriffen werden kann.


Es wird von den Institutionen der Wirtschaft- und Währungsunion besetzt. Die „Schönheit“ der Gegend rund um den Leopoldpark ist allerdings eher umstritten. Befürworter loben die moderne Architektur, Gegner monieren, dass den hässlichen Betonbauten ein Teil der Altstadt zum Opfer fiel.


Eines der auffälligsten Gebäude ist sicherlich das Berlaymont. Ein sternförmiger Bau – der Sitz der Europäischen Kommission. In den 1960er Jahren errichtet und inspiriert vom UNESCO Hauptquartier in Paris.


Es wurde zum Symbol der Europäischen Kommission und der Präsenz der Europäischen Institutionen in Brüssel.

Handel und der Generaldirektion der Europäischen Kommission für Erweiterung. Das frühere Gebäude des Ministerrats wurde nach Karl dem Großen „Charlemagne“ genannt. Sein Reich umfasste ungefähr das Territorium der ursprünglichen Europäischen Gemeinschaft, vor allem Deutschland, Frankreich und die Benelux-Staaten.


Und nicht zu vergessen das 2400 Tonnen schwere Atomium. 1958 fand in Brüssel die erste Weltausstellung nach dem Zweiten Weltkriegs statt. Als Ausdruck des Wirtschaftswachstums und des Glaubens an den wissenschaftlichen Fortschritt beschloss man ein 165 milliardenfach vergrößertes Eisenmolekül zu errichten.

Meine Reise führt mich weiter in Richtung Westen – nächste Station ist Gent.

Gent ist eine Stadt in Flandern und entstand aus keltischen Ansiedlungen im Gebiet des Zusammen-flusses von Schelde und Leie.


Durch den blühenden Tuchhandel wuchs Gent im Mittelalter zu einer der größten Städte Europas heran.

Der Belfried ist ein hoher, schlanker Glockenturm, der besonders für flämische Städte typisch ist. Die Türme gehörten zu den bedeutendsten Profanbauten des Mittelalters. Sie wurden von den weltlichen Stadtbehörden oder den Zünften bzw. Gilden oft als Symbol der ihrer Macht errichtet, auch gegenüber jener der Kirche. Oft ist der Belfried mit dem Rathaus verbunden oder steht direkt daneben. Als sicherster Ort einer Stadt beherbergte der Turm oft das Stadtarchiv oder die Schatzkammer.

Die Burg Gravensteen („Grafenstein“) in Gent ist die Burg der Grafen von Flandern. Sie ist eine der größten Wasserburgen Europas und liegt am Zusammenfluss der Flüsse Lieve und Leie.

Nur 60 Kilometer liegt die Nordsee entfernt. Das ist zu schaffen. Ich finde gleich in der Nähe von Ostende einen Stellplatz in den Dünen.

Die Nordsee zeigt sich gleich von ihrer rauen Seite. Wir werden also stürmisch begrüßt.

Der starke Wind – des einen Freud,

des anderen Leid…

Im Zweiten Weltkrieg wurde entlang der Nordsee und dem Atlantik der Atlantikwall gebaut. Diese Verteidigungslinie erstreckte sich vom Nordkap bis zu den Pyrenäen. Nach dem Krieg wurde der Wall größtenteils beseitigt.

An zahlreichen Stellen sind allerdings Überreste erhalten geblieben. Auch hier zwischen Ostende und Westende sind solche Bunkeranlagen zu finden. Im Jahre 2007 wurden die Mauerreste unter Denkmalschutz gestellt.

Ende Dezember sind die Strände fast menschenleer. 

Ein Strandspaziergang von Ostende nach Westende dauert ca. eine Stunde.

Den Steg nützen viele Angler um ihrem Hobby nachzugehen.

Auch für Radfahrer ein beliebtes Ausflugsziel.

Es geht weiter über Zeebrügge – ein großer Containerhafen – nach Holland.

Ein Teil der Deltawerke ist das Oosterschelde-Sturmflutwehr. Und soll hauptsächlich die niederländischen Provinz Zeeland vor Sturmfluten und Hochwasser schützen. Das Bauwerk, teils Deich und teils Wehr, wurde zwischen den Inseln Schouwen-Duiveland und Noord-Beveland errichtet.

Ein Betonpfeiler ist 34 bis 40 Meter hoch, 50 Meter lang und 25 Meter breit. Sein Gewicht beträgt 15.000 bis 18.000 Tonnen. 24 bis 30 Meter, also der größte Teil des Wehrs, liegt unter Wasser. Nur zehn Meter kann man über Wasser sehen.

Es wird wieder Abend, die Sonne versinkt im Meer…

…um am nächsten Morgen auf der anderen Seite wieder aufzugehen und das Oosterschelde-Sturmflutwehr in ein beeindruckendes Licht zu tauchen.

Nächste Station ist Rotterdam mit dem größten Seehafen Europas (der 3. größte der Welt). Der Hafen Rotterdam ist der wichtigste Handelsort für Erdöl in Europa.

Dort kommen pro Jahr über 100 Millionen Tonnen Erdöl an. Die Hälfte davon wird mit Pipelines ins Ruhrgebiet, Vlissingen und nach Antwerpen geleitet.

Die andere Hälfte wird direkt im Hafen weiterverarbeitet.

Rotterdam ist nach Amsterdam die zweitgrößte Stadt in den Niederlanden. Die Ursprünge der Stadt gehen zurück

auf das Jahr 1230. An der Rotte, ein kleiner Fluss, wurde ein Damm gebaut und eine Stadt gegründet – Rotterdam.

Eine Stadt mit viel Geschichte, viel Zerstörung im 2.Weltkrieg und dem Wiederaufbau ganzer Stadtviertel.

Das Ergebnis: eine ganze Menge architektonischer Highlights. Ist es der Blaaktower, die Kubushäuser oder die Erasmusbrücke.

Rotterdam ist eine faszinierend Stadt, man würde Tage brauchen um nur einen Teil zu sehen. So viel Zeit habe ich leider dieses mal nicht, ich muss weiter, zu den Windmühlen von Kinderdijk.

Kinderdijk ein kleiner Ort etwa 15 Kilometer südöstlich von Rotterdam. Bekannt ist dieser Ort für seine Windmühlen. Seit 1997 sind sie UNESCO Welterbe.

Die Kinderdijk-Mühlen stehen in einem Gebiet namens Alblasserwaard. Wie die meisten Gebiete Hollands liegt es unter dem Meeresspiegel. Um dem Wasser Herr zu werden, wurden im 14. Jahrhundert Deichverbände ins Leben gerufen. Sie sollten sich um einen Deichring rund um das Alblasserwaard-Gebiet kümmern.

Um das anfallende Wasser aus den Poldern abzupumpen, und so den Boden landwirtschaftlich nutzbar zu machen, errichtete man eine Gruppe von 19 Windpumpen.

Sie pumpten das Wasser in den Nieuwen Waterschap, welcher dann in den Fluss Lek fließt.

Heute pumpen moderne Diesel-oder Elektropumpen das Wasser aus den Poldern. Trotzdem erfreuen sich die alten Mühlen noch großer Beliebtheit.

Sie werden zu besonderen Anlässen, wie zum Beispiel dem Landelijke Molendag (Landesweiter Mühlentag) wieder in Betrieb genommen. Manche sind in Privatbesitz und werden als Familienhaus genutzt.

Bei der Elisabethenflut 1421 soll eine Wiege mit einem weinenden Kind und einer Katze unversehrt auf den Deich gespült worden sein. Laut einer Legende soll so der Name „Kinderdijk“ (Kinderdeich) entstanden sein. Eine zweite Legende erzählt hingegen, dass der Deich durch Kinderarbeit errichtet worden ist, daher der Name.

Schön langsam wird es Zeit für mich, zwei Wochen sind im Flug vergangen. Ich mache mich auf die Heimreise, durch das Ruhrgebiet nach Süden.

…so long, das war´s – ich hoffe wir sehen uns bei der nächsten Reise wieder!

Gandhi und Andi

 

 

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